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Chinese is a plus from Sylvie Boisseau and Frank Westermeyer is an installation consisting of two class portraits and two videos (18:53 min and 17:50 min long) projected alternately on two opposite. Chinese is a plus was shot in Stuttgart, in a language school for Chinese. In the same school youth with a Chinese migration background is learning it’s mother tongue and adult Germans with China ambitions are learning Chinese as a foreign language.
The paraphrased phrase “the others and me,” is since Sylvie Boisseau and Frank Westermeyer started their collaboration the object of their representations. They investigate a perception of the identity that focuses on the dependence of the individual on social interaction. The individual constructs himself in relationship to others. Everyone is working on his social identity … in daily opinions, accruals, deferrals and decisions.
Language is where this construction of the individual in the social context happens. Boisseau and Westermeyer are especially interested in the way language is constructed, which words are used, under which circumstances and for which purposes. In their videos, they record the use of words.
Boisseau’s and Westermeyer artistic interventions lie in the mise-en-scène of nonactors and their responses to daily situations. The selection of a physical location has a central meaning to their work. Boisseau and Westermeyer are interested in what the location contributes to the individual’s identity, and how “language spaces” reveal themselves in this physical location.
In Chinese is a plus the same language school delivers to some an individual identity and to others a collective identity. The German adult students tinker in the language class at their individual culture which can be expand thanks to the projection in the far China. For the youths with a Chinese migrational background the same school becomes a place where their belonging to the Chinese culture is (re-) constructed.


info deutsch
Chinesisch von Vorteil ist in einer Sprachschule für Chinesisch in Stuttgart gedreht worden.
Dort lernen sowohl Kinder mit chinesischem Migrationshintergrund ihre Muttersprache, als auch Erwachsene Deutsche mit China-Ambitionen Chinesisch. In Chinesisch von Vorteil liefert die Schule für die Einen individuelle Identität und für die Anderen kollektive Identität.
Die deutschen Erwachsenen basteln im Chinesisch Kurs an ihrer individuellen Kultur, die durch die Projektion ins ferne China erweitert werden kann. Für die chinesisch stämmigen Kinder ist die gleiche Schule ein Ort, an dem ihre Zugehörigkeit zur chinesischen Kultur (wieder-) hergestellt wird. 
Sylvie Boisseau und Frank Westermeyer arbeiten zu Zweit, im Kollektiv. „Die Anderen und ich“, so könnte man es umschreiben, ist seither der Gegenstand ihrer Darstellungen. Das heißt, eine Auffassung der Identität, die den Fokus auf das Angewiesensein des Individuums auf soziale Interaktion legt. Das Individuum konstruiert sich im Verhältnis zum Anderen. In täglichen Meinungen, Abgrenzungen und Entscheidungen arbeitet jeder an seiner sozialen Identität.
Die Sprache ist der Ort dieser Konstruktion des Einzelnen im sozialen Kontext. Boisseau und Westermeyer interessieren sich besonders für die Art und Weise wie Sprache gebraucht wird, welche Wörter benutzt werden, aus welchem Anlass heraus und zu welchem Zweck. In ihren Videos zeichnen sie den Gebrauch der Wörter auf.
Der künstlerische Eingriff von Boisseau und Westermeyer liegt in der Mise en Scène von Nicht-Schauspielern und deren Stellungnahmen in alltäglichen Situationen. Die Menschen, die sie vor die Kamera bitten, benutzen ihre eigenen Wörter und sie tun dies in ihrer gewohnten Umgebung. Die beiden Künstler setzen einen Rahmen, sowohl thematisch als auch szenisch.
Die Wahl des Ortes hat in ihrer Arbeit zentrale Bedeutung. Boisseau und Westermeyer interessieren sich dafür, was ein Ort für die Identität des Einzelnen beisteuert und wie sich an einem physischem Ort Sprachräume signalisieren.